Umgang mit Medikamenten im Ambulant Betreuten Wohnen
Rolle und Aufgaben der Fachkräfte
Kurzzusammenfassung
Viele Klient:innen im Ambulant Betreuten Wohnen sind aufgrund körperlicher, geistiger oder seelischer Beeinträchtigungen auf Medikamente angewiesen. Gleichzeitig fehlt es häufig an ausreichender Aufklärung, Struktur oder Sicherheit im Umgang mit der Medikation. Dieser Artikel beleuchtet, warum der Medikamentenumgang im ABW ein zentrales Thema ist und welche unterstützende, beobachtende und begleitende Rolle Fachkräfte dabei einnehmen können – ohne medizinische Aufgaben zu übernehmen.
Hinweis zur Einordnung des Artikels
Dieser Artikel richtet sich an Fachkräfte des Ambulant Betreuten Wohnens.
Er wurde nach bestem Wissen und Gewissen von einer fachlich erfahrenen Autorin / einem fachlich erfahrenen Autor erstellt und bei der Ausarbeitung durch KI-gestützte Werkzeuge unterstützt.
Die Inhalte basieren auf Praxiserfahrungen und fachlicher Einordnung.
Sie sind als fachliche Orientierung zu verstehen und müssen stets im jeweiligen beruflichen, rechtlichen und situativen Kontext geprüft und eingeordnet werden.
Ob und in welcher Form die dargestellten Informationen im Einzelfall anwendbar sind, liegt in der fachlichen Verantwortung der handelnden Person.
Der Artikel wird fortlaufend überprüft und auf Grundlage von Rückmeldungen der Nutzenden weiterentwickelt.
Stand des Artikels: 01/2026
1. Warum Medikamente im ABW eine zentrale Rolle spielen
Im Ambulant Betreuten Wohnen sind viele Klient:innen dauerhaft oder über längere Zeit auf Medikamente angewiesen. Gründe dafür können körperliche Erkrankungen, psychische Erkrankungen oder geistige Beeinträchtigungen sein. Medikamente sind für viele Menschen eine wichtige Voraussetzung, um Stabilität, Teilhabe und Lebensqualität zu erhalten.
Gleichzeitig zeigt sich in der Praxis häufig, dass:
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Medikamente nicht ausreichend erklärt wurden,
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Klient:innen sich mit Einnahme, Wirkung oder Nebenwirkungen überfordert fühlen,
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Unsicherheiten oder Ängste im Umgang mit Medikamenten bestehen.
Für Fachkräfte im ABW ergibt sich daraus ein relevanter Unterstützungsbedarf, der über reine Erinnerung an die Einnahme hinausgeht.
2. Typische Herausforderungen aus der Praxis
Fachkräfte erleben im Alltag immer wieder ähnliche Situationen, zum Beispiel:
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Klient:innen wissen nicht genau, wofür ein Medikament gedacht ist.
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Nebenwirkungen werden wahrgenommen, aber nicht eingeordnet oder angesprochen.
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Medikamente werden unregelmäßig oder gar nicht eingenommen.
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Rezepte oder Folgeverordnungen werden vergessen oder zu spät angefordert.
-
Arzttermine werden unregelmäßig wahrgenommen oder als belastend erlebt.
Diese Herausforderungen sind meist kein Ausdruck von „Unwillen“, sondern von Überforderung, fehlender Aufklärung oder eingeschränkten Möglichkeiten zur Selbstorganisation.
3. Warum Unterstützung durch das ABW hier wichtig ist
Der Auftrag des ABW besteht darin, Klient:innen in ihrer Selbstständigkeit zu unterstützen. Beim Umgang mit Medikamenten bedeutet das nicht, medizinische Aufgaben zu übernehmen, sondern begleitend und stabilisierend tätig zu sein.
Unterstützung kann insbesondere dort sinnvoll sein, wo Klient:innen:
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Zusammenhänge schwer erfassen können,
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Schwierigkeiten haben, Strukturen einzuhalten,
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sich im Kontakt mit Ärzt:innen unsicher fühlen,
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Veränderungen ihres Befindens nicht selbstständig einordnen können.
4. Konkrete Unterstützungsfelder im Umgang mit Medikamenten
Im Rahmen des ABW können sich folgende Unterstützungsfelder ergeben:
Motivation
Fachkräfte können Klient:innen dabei unterstützen, die Bedeutung einer regelmäßigen Einnahme zu verstehen und Hemmschwellen oder Widerstände ernst zu nehmen, ohne zu drängen oder zu kontrollieren.
Erklärung und Psychoedukation
Im Rahmen der eigenen Rolle können Medikamente und ihre Funktion in verständlicher Sprache erklärt werden, z. B.:
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wofür das Medikament gedacht ist,
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warum eine regelmäßige Einnahme wichtig ist,
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dass Nebenwirkungen auftreten können und angesprochen werden dürfen.
Beobachtung von Wirkung und Nebenwirkungen
Fachkräfte nehmen Veränderungen häufig früh wahr. Diese Beobachtungen können – nach Absprache – gesammelt und an behandelnde Ärzt:innen rückgemeldet werden.
Begleitung zu Arztterminen
Begleitung kann helfen, Regelmäßigkeit sicherzustellen, Fragen zu klären und Rückmeldungen aus dem Alltag in das ärztliche Gespräch einzubringen.
Unterstützung bei Organisation und Struktur
Dazu können gehören:
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Erinnerungsstrategien für die Einnahme,
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Vorbereitung von Medikamenten (z. B. gemeinsam strukturieren, nicht verabreichen),
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regelmäßige Anforderung von Rezepten und Medikamenten.
5. Rolle der Fachkraft im ABW
Zusammenfassend lässt sich die Rolle der Fachkraft im Medikamentenumgang klar beschreiben als:
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Beobachten
-
Rückmelden
-
Unterstützen
-
Begleiten
Nicht zur Rolle gehören:
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Verordnung von Medikamenten
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Dosierungsentscheidungen
-
medizinische Bewertungen
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pflegerische Tätigkeiten, die ärztliche oder pflegerische Qualifikation erfordern
Diese klare Abgrenzung schützt sowohl Klient:innen als auch Fachkräfte.
6. Fazit / Kernaussagen
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Viele Klient:innen im ABW sind auf Medikamente angewiesen.
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Fehlende Aufklärung und Überforderung sind häufige Praxisrealitäten.
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Fachkräfte unterstützen durch Motivation, Erklärung, Beobachtung und Begleitung.
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Die Rolle ist unterstützend, nicht medizinisch.
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Fachliche Abwägung und klare Rollenklärung sind zentral.
7. Weiterführende Hinweise
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Artikel zu Psychoedukation im ABW
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Zusammenarbeit mit Ärzt:innen und anderen Versorgungssystemen
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Dokumentation und fachliche Verantwortung
Ich habe mal eine Präsentation zu diesem Thema gehalten und möchte diese gerne mit Ihnen teilen.
Ich habe Die Präsentation und das Handout hier als Anhang hochgeladen. Dies ist bei mir nur sichtbar am Laptop und wenn ich die Sidebar in meinem Browser deaktiviert habe. Aktuell weiß ich dafür noch keine Lösung, werde mich aber auf die Suche danach begeben.
Langfristig möchte ich zum Thema "Praxistipps für den Umgang im Alltag" auch einen Artikel ergänzen, der dann an dieser Stelle zu finden sein wird.
An dieser Stelle füge ich ein "Osterei" für die Testnutzung im Rahmen der Evaluationsbefragung ein. Dieses werde ich nach der Befragung wieder entfernen. Es dient nur der Testung der Suchfunktion.
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